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Die Pfalz. Unsere Herzenssache

Unsere Geschichte und was uns antreibt

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Unmögliches möglich machen

Manchmal beginnt Veränderung mit einem einfachen Entschluss: selbst aktiv zu werden.

Als eine Bürgerbeteiligung in der Südpfalz zu Ende ging und Engagement ins Stocken geriet, haben wir am 18. November 2005 im kurfürstlichen Schloss in Mainz die Bürgerstiftung Pfalz gegründet.

Wir – das waren zwölf engagierte Bürgerinnen und Bürger, denen die Pfalz besonders am Herzen liegt. Uns verband der Wunsch, die Lebensqualität und Liebenswürdigkeit unserer Region zu erhalten und aktiv mitzugestalten.

Seitdem bringen wir Menschen zusammen, entwickeln innovative Lösungen für gesellschaftliche Probleme und schaffen Räume, in denen Verantwortung für das Gemeinwohl übernommen wird.

Frauen im Büro

Marie von Ebner-Eschenbach

"Was wir heute tun, entscheidet, wie die Welt von morgen aussieht."

Unsere Herzensthemen

Im Gründungsjahr 2005 wurden drei Themen an uns herangetragen, denen wir uns seither leidenschaftlich gewidmet haben und wo wir bereits viel bewirken konnten.

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Bildungschancen verbessern

Der Impuls kam von einem Schüler aus Bad Bergzabern. Er hatte untersucht, was viele Studien bestätigen: Kinder aus benachteiligten Familien erreichen oft – selbst bei gleicher Intelligenz – nicht die gleichen Bildungsabschlüsse wie andere. Das wollten wir nicht hinnehmen. Gemeinsam mit Lehrern, Pädagogen und engagierten Ehrenamtlichen entstand das Lernpatenprojekt „Keiner darf verloren gehen“. Heute unterstützen Lernpatinnen und Lernpaten Kinder an über 120 Schulen in Rheinland-Pfalz. EIne einfache, aber wirksame Lösung – entstanden aus der Überzeugung, dass jedes Kind eine faire Chance verdient.

Zukunft für unsere Dörfer

Viele Dörfer stehen vor großen Herausforderungen: Leerstände, Abwanderung, Überalterung und der Klimawandel verändern das Leben im ländlichen Raum. Doch wir haben erlebt, wie viel Kraft entsteht, wenn Menschen selbst Verantwortung übernehmen. In den vergangenen zwanzig Jahren haben wir gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern über 22 Dorfbürgerstiftungen gegründet. Heute begleiten wir Dörfer dabei, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen – als lebendige, resiliente Zukunftsdörfer. Um noch mehr Wirksamkeit zu erreichen, haben wir dazu 2021 die Zukunftdorf eG gegründet.

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Gerechtes Wirtschaften

Was wäre, wenn Geld stärker dort wirken würde, wo Menschen leben und arbeiten?Mit dieser Frage im Kopf haben wir gemeinsam mit Schülern, Lehrern, Regionalgeld-Initiativen und Ehrenamtlichen die Regionalwährung „Pälzer“ entwickelt. Über 50 Geschäfte in der Pfalz akzeptierten sie zeitweise als Zahlungsmittel.Auch wenn das Projekt nicht dauerhaft bestehen blieb, hat es Spuren hinterlassen. Es hat uns gezeigt, wie wichtig regionale Wirtschaftskreisläufe sind – und prägt bis heute unsere Anlagestrategie.​

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Die Keysersmühle — eine Geschichte mit Herzblut

Es war ein großer Moment für die damals noch junge Bürgerstiftung Pfalz: Im November 2010 erwarben wir die Keysersmühle in Klingenmünster von der Evangelischen Kirche der Pfalz. Ein altes Mühlenanwesen, ein Kraftort in der Südpfalz — und eine Vision.

Was folgte, war mutig, anstrengend und oft wunderschön zugleich. Gegen manche Widerstände, mit viel Leidenschaft und Herzblut entstand ein inklusives Naturhotel, das weit über die Region hinaus Anerkennung fand. Die Keysersmühle wurde zu einem der am besten bewerteten gemeinwohlzertifizierten Unternehmen Deutschlands — nachhaltig, sozial, lebendig. Ein Ort für Kultur und Genuss, für Tagungen und stille Auszeiten, für Begegnungen, die Menschen in Erinnerung bleiben.

Und sie wurde zu einem Ort des echten sozialen Miteinanders: Menschen mit und ohne Behinderung arbeiteten hier Seite an Seite, gleichberechtigt und sichtbar. Das war keine Selbstverständlichkeit — schon gar nicht in einem Dorf, dessen Bewohner eng verbunden sind mit einer Einrichtung, die in der Zeit des Nationalsozialismus dunkelste Jahre erlebt hat und in der viele Menschen mit Behinderung systematisch vernichtet wurden. Was wir erst mit der Zeit verstanden: Dieses kollektive Trauma war noch nicht verarbeitet. Unser inklusiver Ansatz löste Widerstände aus, die wir anfangs nicht einordnen konnten — und die uns mehr Kraft kosteten, als wir erwartet hatten.

Fünfzehn Jahre haben wir dieses Projekt getragen — und es war von Anfang an unser anspruchsvollstes. Das Kind, das am meisten Zuwendung brauchte, das nie einfach war, das uns immer wieder an unsere Grenzen geführt hat. Und das wir nie aufgegeben haben, weil wir wussten, warum es uns wichtig war.

Denn der Weg war selten leicht. Die Keysersmühle lebte in einem dauerhaften Spannungsfeld — zwischen wirtschaftlichem Druck und sozialem Anspruch, zwischen den unterschiedlichen Haltungen und Erwartungen der Menschen, die das Haus trugen. Manche sahen in der Keysersmühle einen Arbeitsplatz, andere ihren Lebensinhalt. Manche dachten in Zahlen, andere in Werten. Beides hatte seine Berechtigung — und beides war schwer unter einem Dach zu halten.

Dann kamen die Jahre, die viele Betriebe an ihre Grenzen brachten: Corona, Preissteigerungen, Fachkräftemangel, steigende Personalkosten. Das Bündel, das wir schulterten, wurde schwerer. Als 2024 auch noch das Vertrauensverhältnis zum Trägerverein der Burgschänke Landeck — die wir zehn Jahre lang parallel geführt hatten — unwiederbringlich zerbrach und eine Fortsetzung der Zusammenarbeit nicht mehr verantwortbar war, folgte ein betriebswirtschaftlich aufwendiger Rückzug: Besondere arbeitsrechtliche Schutzregelungen machten diesen Prozess langwierig und kostspielig — eine stille, aber erhebliche zusätzliche Belastung. Als schließlich auch noch schwerwiegender Betrug aus den eigenen Reihen hinzukam, war klar: Das bisherige Betreiberkonzept hatte keine Zukunft mehr. Im November 2025 schlossen wir die Keysersmühle.

Wir trauern um das, was war. Und wir sind dankbar für alles, was in diesen fünfzehn Jahren entstanden ist — für jeden Gast, jeden Mitarbeitenden, jede Begegnung, die diesen Ort lebendig gemacht hat.

Nach mehreren Versuchen, das Haus an einen anderen gemeinnützigen Träger oder die Belegschaft zu übergeben, stehen wir nun vor einem echten Neuanfang — offen, ehrlich und mit einem neuen Konzept.

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